Tschernobyl Museum in Kiew

18 Fotos

In Kiew befindet sich seit 1992 ein Museum das der nuklearen Katastrophe von Tschernobyl gewidmet ist. 150 Kilometer nördlich von Kiew explodierte im Morgengrauen des 26.April 1986 ein Reaktorblock des Kernkraftwerks und verursachte den ersten Super-Gau der Weltgeschichte mit europaweiten radioaktivem Niederschlag. Nach der Katastrophe, die tagelang von der sowjetischen Regierung unter Michail Gorbatschow verschwiegen und verharmlost wurde, mussten mehrere hunderttausende Liquidatoren, darunter Angestellte des Kraftwerks, Feuerwehrleute, Soldaten, Bergleute und zwangsverpflichtete Arbeiter an der Dekontamination des Kraftwerks und seiner Umgebung teilnehmen. Wie viele der Liquidatoren, die extrem hohen Strahlendosen ausgesetzt waren, gestorben sind ist bis heute nicht bekannt, da die sowjetische Regierung alle Daten zur Havarie und deren gesundheitlichen Folgen für geheim erklärt hatte. Das Museum unterstützt das „Gedächtnisbuch“, eine einzigartige Online-Datenbank für Liquidatoren. Nach einem Besuch des Museums lässt sich der Hergang des Unfalls durch die im Museum angebotene visuelle Animationen an mehreren Modellen und unmittelbar nach dem Unfall gemachte Videos und Fotos des Fotografen Igor Kostin gut nachvollziehen. Der ukrainische Fotograf Igor Fjodorowitsch Kostin dokumentierte die Arbeit der ersten Liquidatoren ohne Rücksicht auf seine eigene Gesundheit, er war selbst einige Male am Dach des benachbarten Reaktorblocks. Seine Fotos durften wegen der herrschenden Zensur zunächst nicht veröffentlicht werden. Das Museum befindet sich im Stadtteil Podil in der Nähe des Kontraktowa-Platzes (Metro)
Nuklearkatastrophe von Tschernobyl Google Map offizielle Homepage (englisch) Chernobyl 3828
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